Dresscode bei der Arbeit – Darf ich demnächst auch im Jogginganzug bei der Arbeit erscheinen?

Dresscode bei der Arbeit
Verliert dieser Anzug an Bedeutung?

Immer mehr UnternehmerInnen nehmen das Thema Dresscode am Arbeitsplatz lockerer. Erfolgreiche Unternehmer wie Mark Zuckerberg zeigen sich auf Veranstaltungen in Jeans und Sneakers und sogar die Sparkasse verzichtet nun auf die Krawattenpflicht bei den Angestellten. Woran liegt dieser Wandel? Haben es diese Geschäftsleute neuerdings im Zuge ihres Erfolges schlichtweg einfach nicht mehr „nötig“, sich im Business-Look in der Öffentlichkeit zu zeigen? Verliert der Dresscode immer mehr an Bedeutung?

Unterschiede von damals zu heute

Während sich Herren früher ausschließlich in dunklem Anzug und Krawatte zeigten und Damen nur mit hohen Schuhen und in Hosenanzügen oder Kostümen auf der Arbeit erschienen, scheint dieser Look heutzutage immer legerer zu werden. Aus Lederschuhen werden Sneakers, aus Anzugshose wird die Bluejeans. Frauen verzichten auf Make-up, Männer kommen in Kapuzenpullis. Doch woher kommt dieser Hype um die „lockere“ Kleidung? Warum achtet man immer mehr auf einen strengeren Dresscode? Werfen wir mal einen kleinen Blick auf einige Geschehnisse in der Vergangenheit.

Ursprung liegt in den USA und in der Startup-Welt

Eine große Welle der Beeinflussung kommt vom Casual Friday aus den USA. Zur Feier des anstehenden Wochenendes dürfen sich Mitarbeiter darauf schonmal in legerer Kleidung einstimmen.

Ein weiterer Punkt in der Geschichte bezüglich Dresscode bei der Arbeit ereignete sich bei PwC im Jahr 2015. Eine neu eingestellte Sekretärin wurde an ihrem ersten Arbeitstag wieder nach Hause geschickt, da sie auf der Arbeit in Schuhen ohne Absätze erschien. Daraufhin startete sie eine Online-Petition, durch welche sie innerhalb weniger Tage 100.000 Unterschriften gegen diese Vorschrift sammelte. Die Anweisung, hohe Schuhe bei der Arbeit tragen zu müssen, sei „sexistisch und veraltet“. Das Tragen von flachen Schuhen bei PwC ist seitdem erlaubt.

Darüber hinaus ist der Aufschwung der Startup- und Gründer-Szene ein weiterer Grund für die Veränderung vom Dresscode bei der Arbeit. Während früher ausschließlich Berufsgruppen wie Journalisten oder Künstler ihre Unabhängigkeit durch ihre legere und sportlichere Kleidung zum Ausdruck bringen wollten, sind es heutzutage auch die Programmierer oder Startup Gründer und Mitarbeiter, die sich dem Wandel anschließen. Selbst traditionelle Banken verzichten heutzutage bereits vereinzelt auf die Anzugspflicht.

Die formelle Businesskleidung ist in immer wenigeren Branchen Standard. Begriffe wie „Business Casual“ geben einem nun eine neue Orientierung. Mit dem „lockeren“ Look möchten Unternehmen eine entspannte Atmosphäre beim Kunden vermitteln und näher an diesen heranrücken.

Dresscode: So erspart Ihr Euch den Fauxpas

Doch was bedeutet das für mich als Mitarbeiter? Auf was soll ich beim Dresscode nun achten? Was ist erlaubt und wo ist die Grenze? Wenn es heißt, dass ich mich bei der Arbeit und auch meinem Dresscode frei entfalten darf, kann ich dann künftig auch im Jogginganzug kommen? Was ist, wenn ich mich im gemütlich Look einfach viel wohler fühle und mich sogar besser konzentrieren kann?

Die Antwort: Nein! Kleidung wie Jogginghosen und Flip-Flops sind nach wie vor ein No-Go. Tendenziell wird die Kleidung bei der Arbeit immer weniger formell, aber dafür wird es umso wichtiger, gepflegt auszusehen. „Kleider machen Leute“ hat weiterhin Gültigkeit und besonders der erste Eindruck wird oftmals nach dem Dresscode beurteilt. Dies unterstreicht der sogenannte Halo-Effekt: wer attraktiv oder gepflegt wirkt, wird eher als intelligent oder erfolgreich wahrgenommen. Der Mitarbeiter repräsentiert mit seinem Dresscode außerdem auch gleichzeitig das Unternehmen und ein zu sportlicher Look kann unseriös wirken. Zu schnell kann ein „cooler“ Look in einer Blamage enden, wenn beim Kundentermin der Gegenüber beispielsweise in einem Anzug erscheint. Dies kann vom Gegenüber sogar als mangelnde Wertschätzung aufgenommen werden.

Herkömmlicher Dresscode behält weiterhin Gültigkeit

Führungspositionen werden nach wie vor Businesskleidung tragen. In dieser Karrierestufe muss man Selbstbewusstsein und Achtsamkeit ausstrahlen. Auch in manchen Berufszweigen wie bei Polizisten oder Ärzten machen Dresscodes natürlich immernoch Sinn, um sich von der Masse abzuheben. Auch für konservative Unternehmen wird sich der Dresscode bei der Arbeit nur geringfügig oder gar nicht verändern. Inwieweit man sich dem „lockeren“ Dresscode anschließt, hängt also vom Unternehmen ab und natürlich auch von einem selbst. Man sollte definitiv immer gepflegt zur Arbeit gehen und weiterhin auf seine Kleidung achten, wenn auch tendenziell weniger formell.

Aber wer weiß… vielleicht wird es in einigen Jahren völlig okay sein, im Jogginganzug bei der Arbeit zu erscheinen?