Die Kündigung – fair und kooperativ.

Professionell kündigen geht das?

Im Berufsleben gibt es leider immer wieder Situationen, die nur durch eine Kündigung gelöst werden können. Hier können persönliche oder betriebliche Gründe der Auslöser sein. Davon unabhängig liegt es jedoch meistens in der Verantwortung des Arbeitgebers, diese Nachricht zu übermitteln. Dass das keine schöne Aufgabe ist, habe ich als Führungskraft selbst erfahren – und erlebe es heute im Tagesgeschäft von Synnous an der Seite der von mir betreuten Unternehmer. Eine Kündigung ist nicht leicht – und dies gilt für beide Seiten.

Eine Kündigung braucht Vorbereitung auch für den Mitarbeiter.

Wie kann eine Kündigung gut vorbereitet und kooperativ durchgeführt werden? Dies ist eine grundsätzliche Frage, und die muss man sich frühzeitig stellen. Bei einer Probezeitkündigung ist es zum Beispiel wichtig, dass die vorgesehene Zeit von idealerweise sechs Monaten auch intensiv zum gegenseitigen Kennenlernen genutzt wurde. Sollte sich hier abzeichnen, dass der neue Mitarbeiter die Erwartungen nicht erfüllt, dann muss der Arbeitgeber eingreifen. Er muss die Chance der Probezeit nutzen, um Hinweise zu geben – Hilfestellungen, damit die Erwartungen erfüllt und die Leistung bewältigt werden kann. Ein neuer Mitarbeiter sollte nicht auf sich allein gestellt sein. Was auf keinen Fall passieren darf? Dass der Mitarbeiter unvorbereitet auf seine Kündigung zuläuft. Und dann im Trennungsgespräch aus allen Wolken fällt.

Die Kündigung ist Resultat einer gemeinsamen Entwicklung von Arbeitgeber und Mitarbeiter.

Ähnlich ist es in allen anderen Kündigungsgesprächen. Die Kündigung darf nur als Konsequenz aus einer gemeinsamen Entwicklung resultieren. Und das viel zitierte Wort „Wertschätzung“ ist die Überschrift, unter der ein jedes Kündigungsgespräch stattfinden sollte. Der Arbeitgeber sollte sich immer bedanken. Dass der Mitarbeiter es probiert hat. Dass er sich auf den Chef und das Team eingelassen hat. Dass er sich Mühe gegeben und Leistung erbracht hat… Man kann auch den Wunsch äußern, sich auf Augenhöhe zu trennen – und sich so auch zukünftig in die Augen schauen. Dazu gehört auch seitens des Arbeitgebers, Unterstützung anzubieten: Ein rundes Austrittsdatum, ein wohlwollendes Zeugnis… auch Zeit schenken – z.B. durch eine Freistellung. Selbstverständlich kann man auch zum Ausdruck bringen, dass es einem als Führungskraft selbst nicht leicht fällt, die Kündigung auszusprechen. Wenn dies alles beherzigt wurde, wird der Mitarbeiter nicht überrascht sein und im besten Fall auch die Entscheidung nachvollziehen können.

Auch eine Führungskraft belastet die Kündigung vom Mitarbeiter.

Und an dieser Stelle seien auch ein paar Gedanken darüber erlaubt, wie man sich als Führungskraft fühlt, wenn man die Entscheidung über eine Kündigung trifft. Denn selbstverständlich fühlt sich das schlecht an. Es verursacht viele Gedanken und raubt Kraft. Und es birgt Risiken. Welche Reaktion kann kommen? Wie wird der Mitarbeiter damit umgehen? Was wird er anderen Kollegen erzählen, welches Licht wird es werfen, und wie wird der gekündigte Mitarbeiter zu Kunden und Geschäftspartnern gegenüber auftreten? Eine Kündigung ist natürlich auch stets mit Kosten verbunden. Und Personalkosten sind am 20ten eines Monats immer ein großes Thema für jeden Unternehmer. Die Verantwortung wiegt schwer. Denn das Geschäft muss laufen.

Der Mitarbeiter fühlt sich durch die Kündigung zutiefst verunsichert.

Der Moment der Kündigung auf Seiten des Mitarbeiters wird vor allem durch eine wahrgenommene Ablehnung bestimmt. „Ich werde nicht gewollt. Mir wurde gekündigt.“ Damit muss jeder erst einmal klar kommen. Zurückgewiesen werden – das ist für uns Menschen immer das Schlimmste. Man ist vor den Kopf gestoßen. Vielleicht verwirrt. Die Unsicherheit ist groß, die Existenzangst immanent. „Was werden die Kollegen denken? Was wird die Familie sagen? Wer wird zu mir stehen?“ Ein bis zwei Tage dauert es bei einem Mitarbeiter mindestens, bis sich die Kündigung gesetzt hat. In einer solchen Situation hilft nur eines: Vertraute suchen – und mit diesen über die Gefühle sprechen, die die Kündigung auslöst – und über die Zeit danach.

Eine professionelle Kündigung ist von Respekt zwischen Unternehmen und Mitarbeiter geprägt.

Für beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – ist die Kündigung ein schwerer Moment. Je offener aber die Kommunikation abläuft, desto respektvoller wird der Umgang mit dieser Ausnahmesituation sein. Natürlich gilt zudem: Auch im Berufsleben sieht man sich oftmals zweimal. Gegenseitiger Respekt ist also auch bei einer Kündigung unentbehrlich. Schließlich überwiegt bei allen Beteiligten insbesondere der Wunsch, ihren guten Ruf im Geschäftsleben und beruflichem Umfeld zu erhalten. Und letztlich darf man eines nicht vergessen: Jedes Ende bedeutet die Chance für einen neuen Anfang.

 

Herzlichst

Ihre Martha Giannakoudi